DCIM/100MEDIA/DJI_0068.JPG

Goodbye Harry!

Mehr als 500 Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer auf dem Sportplatz an der Integrierten Gesamtschule am Everkamp und einer darf davon nichts wissen. Denn die mehr als 500 Menschen auf dem grünen Spielfeld wollen den Schriftzug „Goodbye Harry“ stellen, dabei winken und das Bild aus der Luft mit einer Fotodrohne aufnehmen und dem Didaktischen Leiter der Schule an seinem allerletzten offiziellen Schultag überreichen. Harry Vogel, der die IGS mit aufgebaut hat, geht in den Ruhestand.  Ihn an diesem Dienstag vor den Ferien von der Schule wegzulotsen  war für Schulleiter Gernot Schmaeck und dessen Stellvertreterin Manon Robeneck aber nicht allzu schwer. Sie setzten eine Dienstbesprechung mit Frühstück außerhalb der Schule an, um nicht dauernd gestört zu werden.

Damit war die Bahn frei für Tilman Hultsch, Nadine Fabian und Tabea Karsten. Anderthalb Stunden lang markierten sie den Rasen nach einem genau ausgetüftelten Plan mit roter Markierfarbe, so dass der Schriftzug aus fünf mal vier Meter großen Buchstaben für alle Beteiligten gut zu sehen war. Die Klasse 7a von Lehrer Hultsch legte die Buchstaben mit einer Schnur vor, dann wurde gesprüht. Allein das Goodbye war 35 Meter lang.

Fast zwei Wochen bereiteten Tilman Hultsch und seine Mitstreiterinnen die Aktion im Geheimen vor. Mails liefen unter der Adresse „Harry darf’s nicht wissen“ zielsicher an Vogel vorbei. Skizzen wurden erarbeitet, die Schulklassen auf die einzelnen Buchstaben verteilt, zur Sicherheit standen Schüler der 7a mit Schildern vor den Buchstaben, damit jeder sein Ziel fand. Die gute Vorbereitung zahlte sich aus, in nur 30 Minuten waren so viele gute Aufnahmen im Kasten, dass sowohl ein großes Foto als auch ein kleiner Tischkalender für Harry Vogel kein Problem sein werden.

Für das Foto aus der Luft sorgte Carl Hehmsoth, Lehrer in Bockhorn, dessen Drohne mit hellem Surren steil aufstieg und die Fotos direkt auf ein Handy übertrug. Der mit ihm befreundete Tilman Hultsch hatte gefragt, ober er mitmachen würde und sofort eine Zusage erhalten. Nach einem Drohnen-Testflug kam dann der große Moment und Hehmsoth startete das Gerät zum großen Fotoshooting. Das „e“ von Goodbye musste noch ein bis zweimal zurechtgerückt werden, dann waren die Aufnahmen im Kasten und so gut, dass alle Beteiligten zufrieden waren. Nun mussten nur noch alle dichthalten, um die große Überraschung  für Harry Vogel nicht zu verderben, der damit ein wohl einmaliges Abschiedsgeschenk von „seiner Schule“ bekommen wird.

Einfache Fragen entlarven Rassisten

Mo Asumang stellt Fragen. Viele scheinbar arglose Fragen – und entlarvt damit Rassisten. Ein Beispiel dafür ist der Dokumentarfilm „Die Arier“, den die Moderatorin, Tochter einer Deutschen und eines Ghanaers, nun in der Aula zeigte. Anschließend diskutierte sie mit den Neunt- und Zehntklässlern und erklärte ihren Weg, durch Gespräche und viele Fragen gegen Rassismus anzugehen.

In einem Lied der Neo-Naziband „White Aryan Rebels“ gab es eine Morddrohung gegen Mo Asumang. „Dagegen habe ich mich gewehrt. Wie das aussieht, sieht man im Film“, erklärt sie den Schülerinnen und Schülern vor dem Filmstart. Sie trifft sich mit Nazis und Rassisten, spricht mit ihnen und macht – fast nebenbei, aber sehr deutlich – klar, dass der Begriff Arier gar nichts mit Deutschsein zu tun hat, die Arier sind ein Hirtenvolk im Iran. „Der Arier-Begriff der Rassisten ist Fake-News“, sagt Mo Asumang. Ein rassistischer Forscher stützt diese Einschätzung unfreiwillig, wenn er behauptet, dass Arier nicht auf der Erde geboren sind und auf der Rückseite des Mondes leben. Ähnlich ein Radio-Moderator in den USA oder ein Vertreter des Ku-Klux-Klan, der sich auf Jesus bezieht und ins Stammeln gerät, als ihn Mo Asumang fragt, ob nicht Jesus für Mitmenschlichkeit steht.

Die Schülerinnen und Schüler sind beeindruckt und folgen dem Film konzentriert. Kaum ein Mucks ist zu hören. Am Ende brandet Beifall auf, und es gibt viele Fragen. „Hatten Sie keine Angst?“ „Manchmal hatte ich ziemliches Muffensausen“, gesteht die Moderatorin, sagt aber auch, dass ihre Einstellung, offen auf Menschen zuzugehen und neugierig zu sein, gleichzeitig ein Schutz ist. „Ich kann mich wehren, indem ich hinterfrage. Lasst Euch nicht alles gefallen, löst Probleme“, sagt Mo Asumang, warnt aber davor, in die Wut  der Rassisten einzusteigen. „Seid wehrhafte Menschen, die Nachdenken“.

Neuntklässlerin Marieke ist beeindruckt. „Ich fand es mutig, dass sie sich getraut hat, mit den Nazis zu sprechen“, sagt sie. Edda findet die Herangehensweise interessant, auf die Rechten zuzugehen. Und Melchior hat nach dem Film den Eindruck, dass die Mitläufer der Rechten wenig zu sagen haben.

Initiator der Filmaufführung war Jahrgangsleiter Christian Naumann,  der den Streifen schon lange kennt und immer wieder beeindruckt davon ist. Ihm schien es der passende Abschluss des Themenplans Nationalsozialismus zu sein. „Die Kinder sollen lernen, über den Tellerrand zu schauen und ihr Denken zu überdenken.“ Das gelte auch angesichts der aktuellen politischen Situation, in der rechte Tendenzen wieder stärker würden.

Lob für dieses Ansinnen gab es auch von der stellvertretenden Bürgermeisterin Veronika Hillenstedt (Grüne) und Silke Gherbi-Opel vom Präventionsrat, der die Aufführung auch finanziell unterstützt hatte. Auch der Förderverein der Schule half mit, diese besondere Politikstunde für die Neunt- und Zehntklässler zu ermöglichen.

IGS Schüler helfen bei den Bundesjugendspielen der Wardenburger Grundschule

„Auf die Plätze, fertig und los“. Immer wieder ertönt das Kommando auf dem Sportplatz unserer IGS. Das Kommando kommt zwar von einer Zehntklässlerin der IGS, doch auf der Aschenbahn sausen Dritt- und Viertklässler der Wardenburger Grundschule zum Ziel. Dort sitzen Anton Bühring und Jannis Baumgarten an einem Tisch. Sie nehmen die Zeiten mit der Stoppuhr einer Handy-App  – sie liegen bei etwa zwölf Sekunden –  und  füllen die Ergebnislisten auf einem kleinen Tablet-Computer aus. Dafür, dass den Schülerinnen und Schülern die jeweils richtigen Zeiten zugeordnet werden, sorgt Grundschullehrerin Margret Meyer.

Die Zehntklässler betreuen die Sprungbahnen, nehmen die Weiten, harken den Sand, werfen die Schlagbälle auf der Wurfanlage zurück und starten die Läuferinnen und Läufer der Grundschule, die mit  drei dritten und drei vierten Klassen bei herrlichstem Sommerwetter ihr Sportfest ausrichtet. Es ist eine Kooperation, die schon zum zweiten Mal funktioniert und über die Silke Kroll, Sportlehrerin an der Grundschule, begeistert ist. Damals hatte sie ihren Sportlehrerkollegen Harry Vogel angesprochen, ob die Zehntklässler nach dem Abschluss ihrer Prüfungen nicht beim Sportfest aushelfen könnten. „Die Zusammenarbeit klappt perfekt. Es ist super“, sagt Silke Kroll.

Den IGS-Schülerinnen und Schülern gefällt die Mitarbeit auch, denn sie gehört bei der Schule zum Programm. Ältere Jungen und Mädchen helfen beispielsweise beim Allrounder-Tag der Sechstklässler und lernen dabei den Wert der Selbstorganisation kennen. Neeltje Willemsen aus der 10c hat sich  gemeldet, als die Jahrgangsleiter und Lehrer der IGS nach Helfern für das Grundschulsportfest fragten. „Das macht richtig Spaß“, sagt sie. „Die sind so fröhlich und eifrig dabei“, lobt Neeltje die Grundschulkinder und fühlt sich an die eigene Grundschulzeit erinnert. Dass der reguläre Unterricht an diesem Vormittag für die Helfer ausfällt, ist für die IGS-Schülerinnen und Schüler ein unerheblicher Nebeneffekt, aber so kurz vor der Entlassung und nach den Prüfungen trudelt dieser Schulabschnitt für  sie aus.

IGS-Schüler lösen Mathe-Aufgaben

Ein Känguru war am 21. März in unserer IGS zu Gast, und es hatte eine ganze Menge kniffliger Mathematikaufgaben für alle Fünftklässler im Beutel. Der dritte Donnerstag im März ist für mehr als sechs Millionen Schülerinnen und Schüler in 80 Ländern „Känguru-Tag“, an dem die Köpfe „qualmen“. Allein in Deutschland beteiligten sich mehr als 960.000 Mädchen und Jungen aus 11.800 Schulen an diesem Wettbewerb.

In Wardenburg hatten die Mädchen und Jungen aus dem fünften Jahrgang mitgerechnet, dazu noch manche Schülerinnen und Schüler aus den höheren Klassen. Im fünften Jahrgang lag schließlich Leo Skibbe (5a) ganz vorn. Er hatte nicht nur die höchste Punktzahl geschafft, sondern auch den weitesten Känguru-Sprung, nämlich die meisten richtigen Aufgaben in einer Reihe. Dafür gab es jetzt bei der Siegerehrung in der Schulmensa von Schulleiter Gernot Schmaeck eine Urkunde, einen vertrackten Würfel, ein Känguru-Shirt und eine Tüte süße Nervennahrung. Leo bezeichnet sich selbst als Mathe-Fan und fand die Aufgaben nicht zu schwer. Natürlich will er im nächsten Jahr wieder mitmachen.

Im sechsten Jahrgang lag Henrike Fischbeck, die schon im vorigen Jahr gewonnen hatte, vor Mieke Kolbe. Mieke fand die Aufgaben etwas leichter als vor zwölf Monaten. Sie bezeichnet sich als Mathe-Fan und kennt die Känguru-Knobelaufgaben schon aus der Grundschule. Im siebten und achten Jahrgang lag Kolja Schwindt vorn, der sich damit gegen Jonas Hoppe und Paula Kiewitt durchsetzte.

Lehrerin Nadine Fabian hatte den Wettbewerb an der Schule organisiert und die Auswertung übernommen. Der Förderverein der Schule ermöglichte die Teilnahme der Mädchen und Jungen, indem er das Startgeld von zwei Euro pro Teilnehmer bezahlte.

Der Test kommt aus Australien. Seine Erfinder hatten die Idee, ihn als Multiple-Choice-Test zu gestalten und Textaufgaben aus dem alltäglichen Leben zu verwenden.  1978 importierten zwei französische Mathe-Lehrer die Idee in ihr Land, nannten den Wettbewerb aber zu Ehren der Australier „Känguru der Mathematik“.

Im Sommer 1994 wurde der internationale Verein „Kangourou sans Frontieres“ mit Sitz in Paris gegründet, um die internationale Koordinierung, insbesondere die Vorbereitung der Aufgaben durch eine internationale Mathematikergruppe zu organisieren. Ziel ist es, das „mathematische Leben” an den Schulen zu unterstützen, da spielt es keine Rolle, ob die Nachbarschule besser oder schlechter war.

Eine Beispielaufgabe aus diesem Jahr:

Die Fröschin Tilla frisst normalerweise 5 Spinnen pro Tag. Wenn sie ganz besonders hungrig ist, dann frisst sie allerdings 10 Spinnen pro Tag. In den vergangenen 9 Tagen hat Tilla 60 Spinnen gefressen. An wie vielen Tagen war Tilla besonders hungrig?

(A) 1 (B) 2 (C) 3 (D) 4 (E) 5

Viel Spaß beim Rechnen.

Aktuelle NWZ-Berichte

NWZ-Bericht vom 22.02.2019 – Schulausschuss-Sitzung vom 19.02.2019

NWZ-Bericht vom 21.02.2019 –  Schüler präsentieren Wardenburger Unternehmen/Videos geben Einblick in Ausbildungsberufe

NWZ-Bericht vom 19.02.2019 – Oma- und Opa-Tag im Jahrgang 6

Filmbeitrag der NWZ-Online zum Holocaust-Gedenktag

NWZ- Bericht vom 29.01.2019 – Schüler erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus

DCIM/100MEDIA/DJI_0068.JPG

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.