Die Anmeldungen zu den Hospitationstagen vom 18. bis zum 29.11.2019 laufen!

Das Rätsel der verschwundenen Bälle

Von Neele-Marie Minolts, Klasse 8a

„Zehn Bälle haben wir schon verloren!“, ärgert sich David. Er zeigt auf das Gebüsch hinter der Tischtennisplatte auf dem Osthof. „Wenn der Ball da reinfliegt, dann ist er weg, den braucht man gar nicht zu suchen.“

David und seine Freunde aus der Klasse 7c spielen seit einiger Zeit Tischtennis. Draußen – und bei fast jedem Wetter. Für die steinernen Tischtennisplatten auf dem Pausenhof hatte sich in den letzten Jahren kaum jemand interessiert. Bei Sonnenschein setzte sich manchmal jemand drauf, bei Regen lief man dran vorbei. Aber Tischtennis?

Die fünf Jungs hatten schon allerlei ausprobiert. Immer im Kreis durch die ganze Schule laufen? Irgendwann langweilig. Billard im SV-Raum spielen? Nett, aber irgendwann auch nicht mehr so spannend. David brachte als Erster einen Schläger von zu Hause mit, und dann stiegen die anderen ein und waren schnell Feuer und Flamme.

Seit einiger Zeit spielen sie jede Pause ununterbrochen und sind vom Spiel so mitgerissen, dass die das Klingeln manchmal einfach überhören. Aber das ist nicht das einzige Problem. Ahmed ist von den Mädchen leicht genervt. „Sie provozieren uns und legen sich immer auf die Platte. Außerdem klauen sie unsere Bälle und rennen damit weg“, sagt er mit einem Lächeln; so genervt ist er dann wohl doch nicht von ihnen.

Jetzt haben sie noch Glück mit dem Wetter. Mal sehen, was der Winter so bringt. Tischtennis mit Handschuhen? Geht das?

Firmen stellen sich an IGS vor

Noch weiß Stephan Ommer nicht, was er nach der Schule beruflich machen möchte. Doch der Achtklässler der Integrierten Gesamtschule Am Everkamp findet die Erfahrung spannend, die er an einem Berufetag an seiner Schule gemacht hat. Angetan in Arbeitsjacke, mit dicken Schutzhandschuhen und einer Schutzmaske vor dem Gesicht durfte er unter Anleitung mit einem Schweißgerät arbeiten. „Wenn man es allein macht, ist es schwerer“, sagt er nach dem zweiten Durchgang. Er findet es toll, dass man an einem solchen Berufetag eine Idee für den künftigen Beruf bekommen kann. „Es ist eine neue Erfahrung, aber so etwas würde ich eher nicht machen wollen“, sagt er über das Schweißen.

Aufgebaut war die improvisierte Schweißkabine im Werkraum der IGS vom Unternehmen Hecker Bau, das zur Depenbrock-Gruppe gehört. Ausbildungsleiter Achim Sydow und sein Team stellten die Ausbildungsberufe vor, die in der Gruppe angeboten werden. Beton- und Stahlbetonbauer, Baugeräteführer, Spezialtiefbauer, Industriemechaniker und Straßenbauer werden dort ausgebildet. Neben der Schweißaktion gab es noch ein Lego-Spiel mit ernstem Hintergrund. Nach einem Plan sollten Straße und Plätze mit bestimmten Mustern auf Zeit „gebaut“ werden. Mit Memory-Karten und Modellen von Baufahrzeugen wie Fertigern, Fräsen, Baggern oder Raupen gab Achim Sydow den Schülerinnen und Schülern beim Gerätequiz einen Einblick in die Tätigkeit der Gruppe, die 18 Auszubildende hat. Er selber organisiert die Ausbildung und Praktika und machte deutlich, dass jeder, der „Bock und Ehrgeiz hat, eine Chance bekommen kann, auch wenn die Noten vielleicht etwas schlechter sind“. Man kümmere sich um entsprechende Förderung, so Sydow.

Er lobt die Idee der IGS, Firmen einzuladen. Als Unternehmen bemühe man sich auch um solche Kontakte, um sich praxisnah zu präsentieren und Interesse zu wecken. Über den Kontakt zu Berufseinstiegsbegleiterin Anette Löhr bei einer Job-Börse sei beispielsweise ein Betriebsbesuch für IGS-Schülerinnen und Schüler organisiert worden. Aus dieser Gruppe heraus sei ein Schüler in eine Ausbildung als Baugeräteführer bei Hecker eingestiegen. Deshalb sei man nun gerne wieder in die Schule gekommen.

Das gilt auch für Peter Schütte, Heiner Niehaus und Tobias Tapken von Fahrzeugbau Schütte in Tungeln, die mit einem Transporter mit Edelstahlaufbau vorgefahren sind und dessen Funktionen vor der Schule demonstrieren. John Pascal Weiß aus der 8. Klasse findet die Vorführung interessant, liebäugelt aber eigentlich mit einem Beruf, der mit Computern zu tun. Sein Opa hat ihm aber geraten, ins Handwerk zu gehen, das sei zukunftssicher. Doch auch Logistik, in dem Bereich hat der Opa gearbeitet, wäre eine Option. Noch hat er ja Zeit, sich zu entscheiden.

Niklas Behnken vom Unternehmen Kornkraft in Huntlosen und Corinna Meyer vom Wardenburger Speditionsbetrieb PHL sind ebenfalls in der Schule und präsentieren die Ausbildungsmöglichkeiten in ihren Betrieben.

Anette Löhr, die den Berufetag gemeinsam mit ihren Kollegen Martin Jentsch und Laura Meyer organisiert hat, war sehr zufrieden mit der Resonanz. Rund 60 Schülerinnen und Schüler aus den Klassen acht, neun und zehn hatten sich gemeldet, um mehr über entweder einen oder auch zwei Betriebe zu erfahren. Zum Abschluss setzten sich alle Beteiligten zusammen, um die Erfahrungen aus der zweiten Auflage des Berufetages auszutauschen.

Besuch in der Partnergemeinde Röbel

„Es geschah vor 30 Jahren“, so lautete die Einladung der Gemeinde Röbel in Mecklenburg-Vorpommern zu einer Erinnerungsstunde der besonderen Art, an der auch Lisa-Sophie, Bashir und Jonas aus dem 10. Jahrgang der IGS teilnahmen. Unter dem Motto „Aufbruch 19/10/1989“ erinnerten sich die Menschen an die erste große Demonstration ihres Heimatortes im Rahmen der friedlichen Revolution, die schließlich das Ende der DDR herbeiführte. „Das Interessanteste an der Gedenkstunde war für mich, dass die Zeitzeugen erzählt haben, wie es damals für sie war und wie sie den Mauerfall erlebt haben“, sagt Lisa-Sophie. Lehrerin Berit Pleitner freute sich über die lebendige Geschichtsstunde, die den Schülerinnen und Schülern einen ungewöhnlichen Einblick bot.

 Doch es ging nicht nur um Geschichte an diesem Wochenende, sondern auch darum, Jugendliche kennenzulernen, die in Röbel leben. „Die Schüler haben uns ihre Schule gezeigt“, sagt Bashir „und die war schon cool. Sie haben modernere Sachen als wir. Sie haben uns auch die Stadt gezeigt und uns Geschichten darüber erzählt.“ Röbel, so Jonas, „ist ein altes und gut erhaltenes Dorf – mit 5000 Einwohnern relativ groß. Viele alte Gebäude wie der Wasserturm sind in einem guten Zustand und werden auch noch benutzt. Die Gemeinschaft ist sehr gut. im Ganzen ist es ein altes Dorf, was viel zu bieten hat.“

Neben dem hübschen Dorfkern bietet es sehr viel Natur. Röbel liegt an der Müritz und lädt zum Spazierengehen, Fahrradfahren und Segeln ein. Kein Wunder, dass Bashir am besten das Hotel gefallen hat, „direkt am See gelegen, man hatte einfach einen schönen Überblick“. Für die drei ist klar: Es sollte auf jeden Fall eine Gegeneinladung an Jugendliche aus Röbel erfolgen, um den Kontakt aufrecht zu erhalten.

 

IGS-Lehrer lernen mehr über Inklusion

Vor gut 50 Jahren untersuchte der amerikanische Forscher Jacob Kounin, was in Schulklassen passiert, welche Einflussmöglichkeiten der Lehrer hat, wie man eine Klasse effektiv führen kann. Zur Frage, ob es Patentrezepte gibt, wie sich ein Lehrer verhalten sollte, gibt es eine kurze, klare Antwort: Nein. Auch die Frage, ob es einen Unterschied gibt, wie ein Lehrer ermahnt (streng oder freundlich), beantwortet Kounin mit einem klaren Nein. Und in einer Sackgasse endete die Forschung nach den Persönlichkeitsmerkmalen eines guten Lehrers. Der Wissenschaftler entwickelte aus seinen Untersuchungen das Classroom-Management, das verschiedene Prinzipien effektiver Klassenführung umfasst und heute noch Gültigkeit hat. Auch die Lehrerinnen und Lehrer der Integrierten Gesamtschule Am Everkamp richten sich nach diesen Prinzipien, doch wie sehr, sollen zwölf Kolleginnen und Kollegen sowie Schulsozialarbeiter Rainer Strauß in einem sechsseitigen Fragebogen beantworten. Schnell herrscht konzentrierte Stille im „Wardenburger Hof“, denn dort befinden sich die Pädagogen zu einer Qualifizierungsmaßnahme zur inklusiven Schule.

Mitgebracht haben den Fragebogen Wiebke Niebuhr und Insa de Vries, erfahrene Förderschullehrerinnen, die das Seminar für das Niedersächsische Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) betreuen. Jedes Jahrgangsteam der IGS hat zwei Kolleginnen und Kollegen entsandt, denn Inklusion spielt an der IGS eine große Rolle, ihre Schülerschaft ist heterogener als beispielsweise an einem Gymnasium, und die meisten Lehrer sind dafür nicht ausgebildet.

Den Referentinnen geht es vor allem darum, dass ihre Kolleginnen und Kollegen sich die Inklusion bewusster machen, eine Haltung zu den Kindern entwickeln, die besondere Förderung benötigen, eine positive Sicht bekommen und sagen, was ist möglich, statt zu resignieren. Sie sollen an der Schule Multiplikatoren für die inklusive Schule werden und erhalten dafür Impulse aus der Praxis für die Praxis. Zwei Tage dauert das Seminar außerhalb der Schule, im „Wardenburger Hof“. Frei von Schulzwängen und Pausengesprächen sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nachdenken und diskutieren können. Im Januar gibt es ein Treffen zur Reflexion, im Februar noch einmal zwei Tage zur Vertiefung und schließlich im Mai eine erneute Reflexion.

Die Fortbildungsveranstaltung steht im Zusammenhang mit der Schulprogrammarbeit der IGS Am Everkamp. Einer der Arbeitsschwerpunkte des Schulprogramms ist die Umsetzung der Inklusion. Im Rahmen ihrer Tätigkeit hat die mit diesem Themenfeld befasste Arbeitsgruppe festgestellt, dass es einen deutlichen Bedarf der Lehrerinnen und Lehrer gibt sich zu verschiedenen Schwerpunkten der inklusiven Arbeit fortzubilden. Damit man den entsprechenden Anforderungen zukünftig im Unterricht angemessener nachkommen kann, wurde diese Fortbildungsveranstaltung organisiert.

Und was hat Classroom Management nun mit Inklusion zu tun? Niveau und Fortschritt des Unterrichts sind eng mit der Klassenführung verknüpft. Wer als Lehrer ein optimales Lernumfeld organisiert, kann sich besser um alle Kinder kümmern. Aus dem großen Baukasten Schule bieten Wiebke Niebuhr und Insa de Vries das an, was in den Vorgesprächen mit der Schule als wichtig betrachtet wurde, denn aus ihrer Erfahrung wissen sie, dass es viele Möglichkeiten gibt, den Teilnehmern Anstöße zu vermitteln.

Lehrer Ralf von der Assen findet die Arbeitsatmosphäre jedenfalls toll und das Programm interessant. Auch die Offenheit des Treffens außerhalb der Schule gefällt ihm. Florian Wolff sagt: „Von der Idee her ist das super und eine sehr sinnvolle Sache“. Vor allem dass es um Inklusion gehe, denn dafür „sind die meisten von uns doch gar nicht ausgebildet“.

Schauspieler fesselt IGS-Schüler

Mehr als eine Stunde stillsitzen und zuhören ist für Achtklässler gar nicht so einfach. Doch Schauspieler Willi Schlüter aus Hannover schafft es, den achten Jahrgang der Integrierten Gesamtschule Am Everkamp zu fesseln. In einem packenden Monolog mit dem Titel „Das Boot ist voll“ erzählt und spielt er die Geschichte des Eisdielenbesitzers Vito Fiorino, der vor der italienischen Insel Lampedusa gemeinsam mit seinen Freunden am 3. Oktober 2013 eher unfreiwillig zum Lebensretter wird. „Wir mussten helfen“, sagt Vito. „Ich bin kein Held, ich bin auch kein Heiliger. Ich bin ein Mensch unter Menschen“, sagt der Eisbäcker zur Situation vor Lampedusa. 47 Menschen ziehen Vito und seine Freunde aus dem Wasser, 368 Flüchtlinge sterben.

Der 3. Oktober ist für Vito und seine Freunde seitdem ein besonderer Tag. „Es ist so, als ob keiner den Tag allein überstehen könnte. Dann kommen die Bilder wieder. Wie schwarze Raben“, erinnert sich der Italiener. Mit seinem Boot „Gamar“ fahren die Freunde abends hinaus aufs Meer, ankern an der Kanincheninsel, baden und legen sich schlafen, weil sie morgens noch angeln wollen. Nachts um zwei hören sie Menschen schreien. Zwei Schiffe drehen ab, Vito und seine Freunde entdecken die im Wasser treibenden Menschen und helfen. Als das Boot voll ist, bitten sie die Küstenwache, Gerettete zu übernehmen, um noch mehr Menschen zu helfen. Sie dürfen nicht, müssen in den Hafen zurückkehren.

Mitleid, Ohnmacht, Trauer und Zorn werden deutlich und verständlich, wenn Willi Schlüter die Situationen auf Deutsch und Italienisch miterleben lässt, untermalt von Möwengeschrei, Hilferufen und Meeresrauschen, begleitet von Projektionen, die die Retter und die Geretteten zeigen, deren kleines Fischerboot gesunken ist. Man spürt die Tränen in den Augen des Italiener, der ohnmächtig ansehen muss, wie Menschen im Wasser versinken, hört die Wut in der Stimme, wenn er erzählt, wie die Küstenwache sich reinzuwaschen versucht, die seiner Meinung nach viel zu spät reagiert hat. Man versteht, warum Vito Fiorino monatelang nicht schlafen konnte.

Antonio Umberto Riccò, Regisseur und Autor des Theaterstücks wollte mit „Das Boot ist voll“ Denkanstöße geben. Dieses Ansinnen gelingt Willi Schlüter vom hannoverschen Theater in der List in Wardenburg. „Es war cool, abgesehen von der Geschichte“, lobt ein Schüler spontan die schauspielerische Leistung und die Hilfsaktion. „Gut und interessant“, lautet ein weiterer Kommentar. „Es ist so“, sagt eine Schülerin, die aus dem Irak stammt, selber über das Mittelmeer geflohen ist und verstehen kann, wie den Menschen aus Afrika zumute war.

Die Grundlage dafür, die Aufführung des Theaterstückes für den 8. Jahrgang zu organisieren, ergab sich aus dem Themenplanunterricht. Hier wurde im Zusammenhang mit dem Thema „Die Französischen Revolution“ auch die Bedeutung der Menschenrechte für ein friedliches und gleichberechtigtes Zusammenleben der Menschen erarbeitet. Das Theaterstück stellt den Brückenschlag zwischen der Vergangenheit und unserer Zeit her. Mit der Darbietung eines hochbrisanten und aktuellen Inhalts in dieser Form werden die Schülerinnen und Schüler in besonderer Weise zur Auseinandersetzung mit diesem Themenfeld angeregt. So wird deutlich, dass die Einhaltung der Menschenrechte aktuell nicht überall selbstverständlich ist. Damit wird unter anderem die Frage aufgeworfen, welche Folgen sich aus der derzeitigen Situation für diejenigen Organisationen ergeben, die sich die Wahrung der Menschenrechte zur Aufgabe gemacht haben. Zudem eröffnet das Stück mit Blick auf die Flüchtlingssituation vor Italien weitere Perspektiven bezüglich der Einhaltung der Menschenrechte. Eine davon ist die Frage nach dem Wert jedes einzelnen Menschenlebens.

Sportfest in die Halle verlegt

Werfen, Laufen, Springen sind die Hauptzutaten für ein zünftiges Sportfest. Doch wenn das Wetter nicht mitspielt, werden alle guten Ideen sozusagen weggespült oder weggepustet. Doch an der Integrierten Gesamtschule am Everkamp hatten die Organisatoren um Sportlehrer Ralf von der Assen bei der Neuauflage des Ende August wegen Regens ausgefallenen Grundschulsportfestes  vorgesorgt  und  einen Plan für „Hallenspiele“ erarbeitet. Und der musste dann zum ersten Mal greifen, weil es am 30. September heftig stürmte und regnete. So war in der Turnhalle der Schule riesiger Trubel, denn 320 Schülerinnen und Schüler sowie Betreuer waren aktiv.

Der fünfte Jahrgang der der IGS und die Viertklässler der Grundschulen Wardenburg, Großenkneten und St.-Peter Wildeshausen beteiligten sich an diesem Sport- und Spielfest, zwei Schulen hatten wegen des schlechten Wetters kurzfristig abgesagt. Vom Bungeebasketball, bei dem die Spieler gegen den Widerstand eines elastischen Seils Richtung Korb rennen und versuchen, Punkte zu erzielen, über Sackhüpfen, Curling, Turnschuhhockey, Langbankziehen, Reifenwerfen, Rollbrettfahren, Tauziehen oder HulaHoop reichte die Palette der sportlichen Spiele, bei denen es nicht um  Punkte und Zeiten ging, sondern ums Mitmachen. Am Ende bekam nämlich jeder, der mitmachte, eine Urkunde.

Die einzelnen Gruppen, benannt nach Tieren, so dass Delfine, Dachse, Haie oder Elefanten durch die Halle tobten, wurden von den Achtklässlern dier IGS betreut, den Paten des fünften Jahrgangs. Sie betreuten auch die einzelnen Stationen. „Nach den Erfahrungen vor vier Wochen, als wir das Fest kurzfristig absagen mussten, waren wir vorbereitet“, freute sich Ralf von der Assen, dass der „Notfallplan“ gut funktionierte. Es gehe darum, dass die Viertklässler die IGS kennenlernen und einen ersten Kontakt zu ihrer vielleicht künftigen Schule herstellen könnten.

Das nutzte unter anderem die Grundschule St. Peter aus Wildeshausen. „Für uns ist das ein Schnuppertag“, sagte Lehrerin Katrin Aulkemeyer. Bei einer Dienstbesprechung sei das Grundschulsportfest vorgestellt worden, „da haben wir uns gesagt, das probieren wir als sportfreundliche  Grundschule mal aus.“ Für eine Notlösung habe die IGS eine tolle Veranstaltung organisiert, lobt die Lehrerin aus Wildeshausen die Wardenburger Kollegen. Sie habe schon einige Ideen gesehen, die man an der eigenen Schule bei einer Hallenveranstaltung nutzen könne.

Zufrieden war auch Ralf von der Assen, der sich freute, dass den Jungen und Mädchen die improvisierte Veranstaltung viel Spaß machte. Natürlich hofft er im nächsten Jahr wieder auf Sonnenschein, damit das Sportfest draußen stattfinden kann, sollte es aber regnen, weiß er nun, dass das Spielfest auch in der Halle bestens funktionieren kann.

Hochbetrieb im Schulgarten der IGS

Reichlich Trubel herrschte am zweiten Septemberwochenende im Schulgarten der IGS Am Everkamp. Schülerinnen, Schüler, Eltern und Lehrkräfte waren aktiv, um neue Beete anzulegen, Blumen und Bäume zu bewässern, Unkraut zu jäten und die Wege wieder freizuschneiden. Der Schulgarten ist als „grünes Klassenzimmer“ ein fester Bestandteil des Schulkonzeptes. Schülerinnen und Schüler der IGS Am Everkamp nutzen den Garten, um verschiedene schulische Unterrichtsinhalte praxisnah und am realen Objekt zu erarbeiten. Der neue fünfte Jahrgang möchte diese Möglichkeit in Zukunft intensiv nutzen, berichtet Lehrerin Berit Pleitner. Die Tätigkeit im Bauerngarten passt prima in die Arbeit mit Themenplänen der fünften und sechsten Klasse. Und weil die Eltern das genauso sehen, standen schon am frühen Vormittag rund 25 Leute im Bauerngarten und ließen sich von Naturwissenschaftslehrer Bert Brauser, der den Schulgarten seit Jahren betreut, anweisen.

Längere Zeit war es im Garten, der ein echtes Kleinod ist und viele Wardenburger erfreut, eher still geblieben. Diese Phase soll nun vorbei sein. Die Lehrkräfte, Schülerinnen, Schüler und Eltern der fünften Klasse wollen den Schulgarten deutlich stärker in den Unterricht und das schulische Leben einbinden und damit vielleicht auch andere Jahrgänge animieren, sich wieder mehr in diesem Lernort der Schule zu engagieren.

IGS-Schüler erkunden Wardenburg

Überall in der Wardenburger Marienkirche liegen weiße Zettel mit Fragezeichen. In der Bibel, an der Orgel, auf der Kanzel oder am Taufbecken. Schülerinnen und Schüler der Klasse 5b der Integrierten Gesamtschule Am Everkamp haben sie dorthin gelegt, denn sie wollen beispielsweise wissen, ob die Bibel eine Orginalbibel ist, was es mit den Zahlen auf einem an der Wand hängenden Brett auf sich hat oder wie die Orgel gespielt wird. Der Besuch in der evangelischen Marienkirche gehört zum Themenplan „Wir lernen unsere Umgebung kennen“, der für die neuen IGS-Schüler auf dem Programm steht. Auch die katholische Kirche, die Gemeindebücherei und das Wäldchen Gloysteins Fuhren sind Ziele, die die Jungen und Mädchen noch ansteuern.

Nach einem Rundgang um die Kirche erwartet Pastorin Imke Gießing die Fünftklässler an der Kirche und geht mit den Kindern zunächst in das Wardenburger Wahrzeichen, den Glockenturm. Die enge und steile Steintreppe des alten Gemäuers beeindruckt die kleinen Besucher.

In der Kirche dämpfen die Kinder ihre Stimmen, werden leiser. Die Pastorin begrüßt ihre Gäste. Manche von ihnen hat sie sogar getauft. „Ihr könnt überall hin, sogar auf die Kanzel“, sagt sie und verteilt die Fragezeichen auf dem weißen Papier. „Wer etwas wissen will, legt ein Fragezeichen hin“, sagt sie. Dann erklärt sie noch den Namen der Kirche und präsentiert den Jungen und Mädchen die Marienfigur. „Sie hat immer ein blaues Kleid an“, erklärt die Pastorin den Jungen und Mädchen, die nun ausschwärmen.

Auf dem Orgelboden sitzt Susana vor der Orgel an ihrem Arbeitsblatt. Sie stammt aus Wardenburg, ist aber noch nie in der Kirche gewesen. Sie findet den Besuch im Gotteshaus toll. Lara war schon aus einem traurigen Anlass hier, als ihre Babysitterin beerdigt wurde. Marie weiß nicht genau, ob die in der Marienkirche getauft worden ist.

Die Klasse versammelt sich vor dem Altar, denn die Fragezeichen wollen beantwortet sein. Imke Gießing erläutert die Geschichte der Bibel, das griechische Symbol auf dem Altartuch, das für Christos steht, erklärt, warum im bunten Fenster eine Taube zu sehen ist. Am Taufbecken nimmt sie die Abdeckung herunter, so dass ein Stein sichtbar wird, auf dem zu lesen ist: „Stein mit der alten Burg gestürzt“. Es ist ein Stein von der alten Wardenburg, der 1928 in der Lethe gefunden wurde. „Spannend“ findet Alannah diese Geschichte.

Auf dem Orgelboden zeigt die Pastorin den Kindern, wie die Orgel funktioniert. Dass es an der Orgel einen Rückspiegel gibt, erklärt sie ebenfalls. Darin kann der Organist sehen, wenn die Pastorin ein Zeichen für seinen Einsatz gibt. Sie spielt einige Töne und erhält zum Schluss großen Beifall. „Zehn von neun Punkten“, geben die Jungen und Mädchen Imke Gießing für die tollen Erklärungen.

Lehrer Sebastian Schmidt lobt die Klasse: „Ihr wart sehr interessiert“, macht er den Jungen und Mädchen ein großes Kompliment. Ziel des Kirchenbesuchs ist es, den Schülerinnen und Schülern, die ja neu in der IGS sind, wichtige Orte in Wardenburg zu zeigen, damit sie sie einordnen können. Imke Gießing macht da gerne mit, auch Grundschüler und die Kindergartenkinder kommen regelmäßig in die Marienkirche, um das Gotteshaus kennenzulernen.

IGS mischt beim Sommerlauf mit

Der Wardenburger Sommerlauf ist eine Institution, deren Zentrum am 1. September wieder die Räume und Sportanlagen der Integrierten Gesamtschule Am Everkamp waren. Nur die IGS war bisher ziemlich sparsam vertreten. Das änderte sich aber 2019, denn mehr als 40 Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer gingen in verschiedenen Läufen an den Start und trugen das Logo der IGS auf ihrem Leibchen. Erst am Freitag waren die mit dem Zeichen der IGS und dem Hinweis auf den Förderverein bedruckten Leibchen bei Sportlehrer Ralf von der Assen eingetroffen – gerade noch rechtzeitig. Die Freunde und Förderer hatten die einheitliche Ausrüstung finanziert und dafür tief in die Tasche gegriffen, auch einen Teil des Startgeldes der Schülerinnen und Schüler übernahmen die Förderer.

Zu den 15 Jungen und Mädchen, die im anderthalb Kilometer langen Schülerlauf auf die Strecke gingen, nach dem Start auf dem Sportplatz durch Gloysteins Fuhren und über die Huntestraße zum Ziel rannten, gehörte auch Pierre Gollenstede aus der 6b. Schon in der fünften Klasse hatte Lehrerin Katharina Muhle gefragt, ob die Klasse sich geschlossen am Sommerlauf beteiligen würde. Es waren schließlich sechs Jungen und Mädchen und die beiden Klassenlehrer, die mitmachten und ihre Trainingspläne zur Vorbereitung abarbeiteten. Unter dem Motto: Du läufst nur aus einem Grund. Und dieser Grund bist Du, gingen die „IGS-ler“ in ihre Vorbereitung. Die Pläne gaben sich steigernde Intervalle von einer Minute Laufen gefolgt von einer Minute Gehen bis zu acht Minuten Laufen und einer Minute Gehen vor.

27 Jungen und Mädchen sowie einige Lehrer beteiligten sich am fünf Kilometer langen Jedermannlauf, der von der Schule über den Deich bis zur Iburgsbrücke und dann auf dem parallel zum Deich verlaufenden Weg Richtung Astrup wieder über den Deich zurück zur Schule führte.Treffpunkt für alle Läuferinnen und Läufer der IGS war der Raum D 03. Dort gaben Ralf von der Assen und Melanie Rabe die Startnummern aus, dort wurden die Taschen deponiert und dort traf man sich nach den Läufen. Und man kann davon ausgehen, dass das Leibchen mit dem IGS-Logo bei den künftigen Sommerläufen  noch öfter zu sehen ist, denn alle Läuferinnen und Läufer waren mit viel Spaß bei der Sache.

Brennball statt Grundschulsportfest

350 Kinder sollten eigentlich Ende August auf dem Sportplatz der Integrierten Gesamtschule Am Everkamp aktiv sein. Rund 220 Jungen und Mädchen aus Grundschulen, die Fünftklässler der IGS und die Achtklässler als Helfer und Riegenführer wollten sich zum großen Sportfest treffen. Allein das Wetter machte den Organisatoren einen dicken Strich durch die Rechnung. Regen und Gewitter in der Nacht und am frühen Morgen noch eine Wetterwarnung mit möglichen Gewittern führten zur Absage, um eine mögliche Gefährdung der Kinder auszuschließen. Allerdings soll das Sportfest möglichst bis zu den Herbstferien nachgeholt werden.

Die Sportlehrer organisierten auf die Schnelle als Ersatz für das Sportfest ein Brennballturnier des fünften IGS-Jahrgangs in der großen Turnhalle. Verbunden damit war ein gemeinsames Schmausen auf der Tribüne der Halle, denn viele Jungen und Mädchen hatten gemeinsam mit den Eltern zu Hause gebacken, Obst oder Gemüse vorbereitet, um die Teilnehmer des Grundschulsportfestes zu verpflegen. Das Büffet wurde also in der Halle statt auf dem Sportplatz aufgebaut.

Beim Turnier holten sich die Jungen und Mädchen dann richtig Appetit. Die Läufer warfen den Tennisball möglichst weit und starteten dann auf den Weg zu den sicheren Stationen, bei denen sie auch einen Kasten oder Bänke überqueren sowie einen Sprungbock unterqueren oder durch einen Tunnel aus Kästen und einer Weichbodenmatte flitzen mussten. Die Fänger verteilten sich strategisch gut in der Halle und versuchten den Ball möglichst schnell zum „Brenner“ zu rollen, um die Läufer zu stoppen.

Das Ergebnis war im Endeffekt nebensächlich, denn der Spaß stand im Vordergrund. Dennoch gab es Urkunden für die beteiligten Klassen.

Findungstag an der IGS

Eine menschliche Pyramide braucht ein wichtiges Fundament, nämlich Vertrauen. Die, die unten die Last tragen, müssen kräftig sein und Durchhaltevermögen haben. Wer oben als Spitze thront, sollte gelenkig sein, nicht zu viel wiegen und darauf vertrauen können, dass die Bodenleute ihre Aufgabe beherrschen. Deshalb ist die Pyramide ein „Königselement“ am Findungstag der fünften Klassen der Integrierten Gesamtschule Am Everkamp. Das Spielfest in der Turnhalle steht am Ende der ersten Woche in der neuen Schule und soll dazu beitragen, dass sich die Kinder des Jahrgangs besser kennenlernen und Vertrauen aufbauen.

„Ganz toll“ findet Lara Fee Polster diesen Spieletag, denn sie mag Sport. Sie klettert gern und spielt Faustball. Deshalb ist ihr Eindruck nach dem Rollbrettrennen: „Es war ganz gut“. Dass der komplette Jahrgang in gemischten Gruppen in der Turnhalle unterwegs ist, gefällt ihr.

„Wir Lehrer sind fast überflüssig“, sagt Sportlehrer Sebastian Schmidt, gleichzeitig Klassenlehrer im fünften Jahrgang, beim Blick in die Halle. Denn es gilt auch an diesem Tag das Prinzip der gegenseitigen Verantwortung. 40 Jungen und Mädchen aus den achten Klassen, dem Patenjahrgang der Fünftklässler, betreuen die Gruppen und Stationen, sagen die Zeit und den Wechsel der Stationen an.

Für Sebastian Schmidt ist der Findungstag, der vom Sportkollegen Ralf von der Assen organisiert worden ist, eine gute Gelegenheit, die Jungen und Mädchen außerhalb des Unterrichts in der Klasse zu beobachten. Ihm fällt auf, dass die Kinder viel Spaß haben und sehr motiviert sind.

Kein Wunder, geht es doch nicht um Punkte, Meter oder Weiten, sondern ums gemeinsame Erleben. Dazu tragen auch die Stationen bei: Mini-Handball, Stabrutsche, Zielwerfen, Pedalo, Prellen, Völkerball, Rollbrettrennen unter Weichmatten hindurch (geht ziemlich auf die Arme), Hula Hoop, Tauziehen, Tischtennis und natürlich die Pyramide müssen von den Gruppen absolviert werden, die nach Tieren benannt sind. Fledermäuse huschen durch die Halle, aber auch Antilopen, Giraffen, Pinguine oder Geparden.

Dafür, dass alles klappt, sorgt neben anderen Neele Minolts aus der 8a. Sie sagt an, wann die Stationen gewechselt werden, achtet genau darauf, dass die acht Minuten eingehalten werden. Auch beim Auslosen der Gruppen hat sie mitgemacht. Jungen und Mädchen haben die Turnhalle durch verschiedene Eingänge betreten. Dabei erhielt jeder ein Tiersymbol in die Hand gedrückt und war damit einer der Gruppen zugeteilt.

Am Anfang und am Ende des Findungstages standen gemeinsame Spiele. Zum Start wurden Untersetzer in der Halle ausgelegt. Wenn ein Signal ertönte, musste jeder mit Fuß, Hand oder Knie einen Untersetzer berühren. Zum Abschluss gab es ein Luftballonspiel, bei dem es darum ging, dass kein Ballon den Boden berührt. Und weil am Findungstag jeder ein Gewinner ist, bekommt jeder Teilnehmer eine Urkunde.

Neuer Jahrgang startet an IGS

Neugierig und ein wenig mulmig zugleich – so beschreibt Tyrone Löhr seine Gefühle auf dem Weg zur neuen Schule. Nach den Sommerferien beginnt für ihn der neue Schulabschnitt auf der Integrierten Gesamtschule Am Everkamp. Es ist ein komisches Gefühl für den frischgebackenen Fünftklässler. Auf dem Weg zum Everkamp hat er einige Grundschüler gesehen und sich an seine bisherige Schule erinnert. Es sind gute Erinnerungen. Die Schule wird ihm fehlen, gleichzeitig ist er aber offen für die neue Erfahrung IGS, die er aus den Erzählungen seiner Brüder kennt. Einer hat die IGS schon abgeschlossen, der andere ist in der achten Klasse.

61 Jungen und Mädchen und viele aufgeregte Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten haben sich im A-Trakt eingefunden, der vom Patenjahrgang, den Achtklässlern, und den Lehrerinnen und Lehrern bunt dekoriert worden ist. An den Wänden kleben Pappluftballons mit guten Wünschen (neue Freunde, Glück, schöne Schulzeit, viele Erfolge), im Flur schweben echte Luftballons, an denen die Mitteilungshefte befestigt sind, mit denen Schule und Eltern Kontakt halten können.

„Ihr seht mich nun öfter, ich bin jeden Tag hier“, stellt sich Schulleiter Gernot Schmaeck vor und hört gleich die naheliegende Frage: Und was ist am Wochenende? Da aber Schüler und Lehrer am Wochenende lieber zu Hause bleiben, löst sich das Problem einfach auf. Der Schuleiter wünscht den Kindern und ihren Eltern einen aufregenden Tag, schöne sechs Jahre an der IGS und verspricht: „Wir kriegen das alles geregelt“.

Eins hat schon prima geklappt, denn an einem Schnuppertag vor den Ferien haben die neuen IGS-Schülerinnen und Schüler schon ihre neuen Klassen und die Lehrer kennengelernt. „Ihr wusstet, wo es hingeht, kanntet euch schon aus“, hat Schmaeck beobachtet. Deshalb soll der Schnuppertag zu einer festen Einrichtung werden.

Eine Ermutigung gibt es anschließend vom Schulchor, der das Lied „Ich schaff das schon“ singt. Jungen und Mädchen aus der achten Klasse tragen anschließend Wünsche und Hoffnungen für ihre neuen Patenschüler vor. Jahrgangsleiterin Jenna Frenking begrüßt die Neuen, spricht von aufregenden Zeiten und verspricht, dass es in den nächsten Wochen bunt werden wird.

Das Mitmachlied „Clap your hands“ beschließt die Begrüßung. Alle sind aufgefordert, in die Hände zu klatschen, mit den Fingern zu schnippen oder den Füßen aufzustampfen. So kommen alle in Schwung, auch die Eltern. Die Fünftklässler suchen dann ihre Mitteilungshefte und ab geht es in die Klassenräume.

Kennenlernspiele, Organisatorisches und das Verteilen der Bücher stehen auf dem Programm dieses ersten Schultages, berichtet Lehrerin Silke Elson. Genau wie ihre Kolleginnen und Kollegen hat sie bisher im zehnten Jahrgang unterrichtet und steigt nun wieder in Klasse fünf ein. „Es ist ein komisches Gefühl“, sagt sie. „Ich habe noch oft an die Großen gedacht. Deshalb waren die Ferien gut, um Abstand zu gewinnen. Jetzt bin ich aber total neugierig und gespannt, denn die Umstellung ist doch groß“, sagt sie. Ähnlich geht es Berit Pleitner, die sich auf den neuen Jahrgang freut und gespannt ist, wie der sich entwickelt.

Und Tyrone? Der hat einen guten ersten Eindruck von der neuen Schule. „Das war cool, das habe ich so nicht erwartet“, sagt er über die Begrüßung. Einige ehemalige Mitschüler aus der Grundschule sind in seiner Klasse, da fällt die Eingewöhnung nicht so schwer, für ihn ist der Start an der IGS geglückt.

Goodbye Harry!

DCIM/100MEDIA/DJI_0068.JPG

Mehr als 500 Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer auf dem Sportplatz an der Integrierten Gesamtschule am Everkamp und einer darf davon nichts wissen. Denn die mehr als 500 Menschen auf dem grünen Spielfeld wollen den Schriftzug „Goodbye Harry“ stellen, dabei winken und das Bild aus der Luft mit einer Fotodrohne aufnehmen und dem Didaktischen Leiter der Schule an seinem allerletzten offiziellen Schultag überreichen. Harry Vogel, der die IGS mit aufgebaut hat, geht in den Ruhestand.  Ihn an diesem Dienstag vor den Ferien von der Schule wegzulotsen  war für Schulleiter Gernot Schmaeck und dessen Stellvertreterin Manon Robeneck aber nicht allzu schwer. Sie setzten eine Dienstbesprechung mit Frühstück außerhalb der Schule an, um nicht dauernd gestört zu werden.

Damit war die Bahn frei für Tilman Hultsch, Nadine Fabian und Tabea Karsten. Anderthalb Stunden lang markierten sie den Rasen nach einem genau ausgetüftelten Plan mit roter Markierfarbe, so dass der Schriftzug aus fünf mal vier Meter großen Buchstaben für alle Beteiligten gut zu sehen war. Die Klasse 7a von Lehrer Hultsch legte die Buchstaben mit einer Schnur vor, dann wurde gesprüht. Allein das Goodbye war 35 Meter lang.

Fast zwei Wochen bereiteten Tilman Hultsch und seine Mitstreiterinnen die Aktion im Geheimen vor. Mails liefen unter der Adresse „Harry darf’s nicht wissen“ zielsicher an Vogel vorbei. Skizzen wurden erarbeitet, die Schulklassen auf die einzelnen Buchstaben verteilt, zur Sicherheit standen Schüler der 7a mit Schildern vor den Buchstaben, damit jeder sein Ziel fand. Die gute Vorbereitung zahlte sich aus, in nur 30 Minuten waren so viele gute Aufnahmen im Kasten, dass sowohl ein großes Foto als auch ein kleiner Tischkalender für Harry Vogel kein Problem sein werden.

Für das Foto aus der Luft sorgte Carl Hehmsoth, Lehrer in Bockhorn, dessen Drohne mit hellem Surren steil aufstieg und die Fotos direkt auf ein Handy übertrug. Der mit ihm befreundete Tilman Hultsch hatte gefragt, ober er mitmachen würde und sofort eine Zusage erhalten. Nach einem Drohnen-Testflug kam dann der große Moment und Hehmsoth startete das Gerät zum großen Fotoshooting. Das „e“ von Goodbye musste noch ein bis zweimal zurechtgerückt werden, dann waren die Aufnahmen im Kasten und so gut, dass alle Beteiligten zufrieden waren. Nun mussten nur noch alle dichthalten, um die große Überraschung  für Harry Vogel nicht zu verderben, der damit ein wohl einmaliges Abschiedsgeschenk von „seiner Schule“ bekommen wird.

Einfache Fragen entlarven Rassisten

Mo Asumang stellt Fragen. Viele scheinbar arglose Fragen – und entlarvt damit Rassisten. Ein Beispiel dafür ist der Dokumentarfilm „Die Arier“, den die Moderatorin, Tochter einer Deutschen und eines Ghanaers, nun in der Aula zeigte. Anschließend diskutierte sie mit den Neunt- und Zehntklässlern und erklärte ihren Weg, durch Gespräche und viele Fragen gegen Rassismus anzugehen.

In einem Lied der Neo-Naziband „White Aryan Rebels“ gab es eine Morddrohung gegen Mo Asumang. „Dagegen habe ich mich gewehrt. Wie das aussieht, sieht man im Film“, erklärt sie den Schülerinnen und Schülern vor dem Filmstart. Sie trifft sich mit Nazis und Rassisten, spricht mit ihnen und macht – fast nebenbei, aber sehr deutlich – klar, dass der Begriff Arier gar nichts mit Deutschsein zu tun hat, die Arier sind ein Hirtenvolk im Iran. „Der Arier-Begriff der Rassisten ist Fake-News“, sagt Mo Asumang. Ein rassistischer Forscher stützt diese Einschätzung unfreiwillig, wenn er behauptet, dass Arier nicht auf der Erde geboren sind und auf der Rückseite des Mondes leben. Ähnlich ein Radio-Moderator in den USA oder ein Vertreter des Ku-Klux-Klan, der sich auf Jesus bezieht und ins Stammeln gerät, als ihn Mo Asumang fragt, ob nicht Jesus für Mitmenschlichkeit steht.

Die Schülerinnen und Schüler sind beeindruckt und folgen dem Film konzentriert. Kaum ein Mucks ist zu hören. Am Ende brandet Beifall auf, und es gibt viele Fragen. „Hatten Sie keine Angst?“ „Manchmal hatte ich ziemliches Muffensausen“, gesteht die Moderatorin, sagt aber auch, dass ihre Einstellung, offen auf Menschen zuzugehen und neugierig zu sein, gleichzeitig ein Schutz ist. „Ich kann mich wehren, indem ich hinterfrage. Lasst Euch nicht alles gefallen, löst Probleme“, sagt Mo Asumang, warnt aber davor, in die Wut  der Rassisten einzusteigen. „Seid wehrhafte Menschen, die Nachdenken“.

Neuntklässlerin Marieke ist beeindruckt. „Ich fand es mutig, dass sie sich getraut hat, mit den Nazis zu sprechen“, sagt sie. Edda findet die Herangehensweise interessant, auf die Rechten zuzugehen. Und Melchior hat nach dem Film den Eindruck, dass die Mitläufer der Rechten wenig zu sagen haben.

Initiator der Filmaufführung war Jahrgangsleiter Christian Naumann,  der den Streifen schon lange kennt und immer wieder beeindruckt davon ist. Ihm schien es der passende Abschluss des Themenplans Nationalsozialismus zu sein. „Die Kinder sollen lernen, über den Tellerrand zu schauen und ihr Denken zu überdenken.“ Das gelte auch angesichts der aktuellen politischen Situation, in der rechte Tendenzen wieder stärker würden.

Lob für dieses Ansinnen gab es auch von der stellvertretenden Bürgermeisterin Veronika Hillenstedt (Grüne) und Silke Gherbi-Opel vom Präventionsrat, der die Aufführung auch finanziell unterstützt hatte. Auch der Förderverein der Schule half mit, diese besondere Politikstunde für die Neunt- und Zehntklässler zu ermöglichen.

IGS Schüler helfen bei den Bundesjugendspielen der Wardenburger Grundschule

„Auf die Plätze, fertig und los“. Immer wieder ertönt das Kommando auf dem Sportplatz unserer IGS. Das Kommando kommt zwar von einer Zehntklässlerin der IGS, doch auf der Aschenbahn sausen Dritt- und Viertklässler der Wardenburger Grundschule zum Ziel. Dort sitzen Anton Bühring und Jannis Baumgarten an einem Tisch. Sie nehmen die Zeiten mit der Stoppuhr einer Handy-App  – sie liegen bei etwa zwölf Sekunden –  und  füllen die Ergebnislisten auf einem kleinen Tablet-Computer aus. Dafür, dass den Schülerinnen und Schülern die jeweils richtigen Zeiten zugeordnet werden, sorgt Grundschullehrerin Margret Meyer.

Die Zehntklässler betreuen die Sprungbahnen, nehmen die Weiten, harken den Sand, werfen die Schlagbälle auf der Wurfanlage zurück und starten die Läuferinnen und Läufer der Grundschule, die mit  drei dritten und drei vierten Klassen bei herrlichstem Sommerwetter ihr Sportfest ausrichtet. Es ist eine Kooperation, die schon zum zweiten Mal funktioniert und über die Silke Kroll, Sportlehrerin an der Grundschule, begeistert ist. Damals hatte sie ihren Sportlehrerkollegen Harry Vogel angesprochen, ob die Zehntklässler nach dem Abschluss ihrer Prüfungen nicht beim Sportfest aushelfen könnten. „Die Zusammenarbeit klappt perfekt. Es ist super“, sagt Silke Kroll.

Den IGS-Schülerinnen und Schülern gefällt die Mitarbeit auch, denn sie gehört bei der Schule zum Programm. Ältere Jungen und Mädchen helfen beispielsweise beim Allrounder-Tag der Sechstklässler und lernen dabei den Wert der Selbstorganisation kennen. Neeltje Willemsen aus der 10c hat sich  gemeldet, als die Jahrgangsleiter und Lehrer der IGS nach Helfern für das Grundschulsportfest fragten. „Das macht richtig Spaß“, sagt sie. „Die sind so fröhlich und eifrig dabei“, lobt Neeltje die Grundschulkinder und fühlt sich an die eigene Grundschulzeit erinnert. Dass der reguläre Unterricht an diesem Vormittag für die Helfer ausfällt, ist für die IGS-Schülerinnen und Schüler ein unerheblicher Nebeneffekt, aber so kurz vor der Entlassung und nach den Prüfungen trudelt dieser Schulabschnitt für  sie aus.

IGS-Schüler lösen Mathe-Aufgaben

Ein Känguru war am 21. März in unserer IGS zu Gast, und es hatte eine ganze Menge kniffliger Mathematikaufgaben für alle Fünftklässler im Beutel. Der dritte Donnerstag im März ist für mehr als sechs Millionen Schülerinnen und Schüler in 80 Ländern „Känguru-Tag“, an dem die Köpfe „qualmen“. Allein in Deutschland beteiligten sich mehr als 960.000 Mädchen und Jungen aus 11.800 Schulen an diesem Wettbewerb.

In Wardenburg hatten die Mädchen und Jungen aus dem fünften Jahrgang mitgerechnet, dazu noch manche Schülerinnen und Schüler aus den höheren Klassen. Im fünften Jahrgang lag schließlich Leo Skibbe (5a) ganz vorn. Er hatte nicht nur die höchste Punktzahl geschafft, sondern auch den weitesten Känguru-Sprung, nämlich die meisten richtigen Aufgaben in einer Reihe. Dafür gab es jetzt bei der Siegerehrung in der Schulmensa von Schulleiter Gernot Schmaeck eine Urkunde, einen vertrackten Würfel, ein Känguru-Shirt und eine Tüte süße Nervennahrung. Leo bezeichnet sich selbst als Mathe-Fan und fand die Aufgaben nicht zu schwer. Natürlich will er im nächsten Jahr wieder mitmachen.

Im sechsten Jahrgang lag Henrike Fischbeck, die schon im vorigen Jahr gewonnen hatte, vor Mieke Kolbe. Mieke fand die Aufgaben etwas leichter als vor zwölf Monaten. Sie bezeichnet sich als Mathe-Fan und kennt die Känguru-Knobelaufgaben schon aus der Grundschule. Im siebten und achten Jahrgang lag Kolja Schwindt vorn, der sich damit gegen Jonas Hoppe und Paula Kiewitt durchsetzte.

Lehrerin Nadine Fabian hatte den Wettbewerb an der Schule organisiert und die Auswertung übernommen. Der Förderverein der Schule ermöglichte die Teilnahme der Mädchen und Jungen, indem er das Startgeld von zwei Euro pro Teilnehmer bezahlte.

Der Test kommt aus Australien. Seine Erfinder hatten die Idee, ihn als Multiple-Choice-Test zu gestalten und Textaufgaben aus dem alltäglichen Leben zu verwenden.  1978 importierten zwei französische Mathe-Lehrer die Idee in ihr Land, nannten den Wettbewerb aber zu Ehren der Australier „Känguru der Mathematik“.

Im Sommer 1994 wurde der internationale Verein „Kangourou sans Frontieres“ mit Sitz in Paris gegründet, um die internationale Koordinierung, insbesondere die Vorbereitung der Aufgaben durch eine internationale Mathematikergruppe zu organisieren. Ziel ist es, das „mathematische Leben” an den Schulen zu unterstützen, da spielt es keine Rolle, ob die Nachbarschule besser oder schlechter war.

Eine Beispielaufgabe aus diesem Jahr:

Die Fröschin Tilla frisst normalerweise 5 Spinnen pro Tag. Wenn sie ganz besonders hungrig ist, dann frisst sie allerdings 10 Spinnen pro Tag. In den vergangenen 9 Tagen hat Tilla 60 Spinnen gefressen. An wie vielen Tagen war Tilla besonders hungrig?

(A) 1 (B) 2 (C) 3 (D) 4 (E) 5

Viel Spaß beim Rechnen.

Aktuelle NWZ-Berichte

NWZ-Bericht vom 28.06.2019 – Schulabgänger

NWZ-Bericht vom 28.06.2019 – Schulabgänger

NWZ-Bericht vom 22.02.2019 – Schulausschuss-Sitzung vom 19.02.2019

NWZ-Bericht vom 21.02.2019 –  Schüler präsentieren Wardenburger Unternehmen/Videos geben Einblick in Ausbildungsberufe

NWZ-Bericht vom 19.02.2019 – Oma- und Opa-Tag im Jahrgang 6

Filmbeitrag der NWZ-Online zum Holocaust-Gedenktag

NWZ- Bericht vom 29.01.2019 – Schüler erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.